Ich bewundere Menschen, die ganz genau wissen, wer sie selbst sind. Die irgendwann mal so viel Selbstreflexion bemüht haben, um vielleicht auch mal etwas Neues über sich selbst zu erfahren. Ich weiß nicht mal oberflächlich wer ich bin. Klar, im Laufe meines Lebens habe ich zwangsläufig mitbekommen was ich mag, was so gar nicht meins ist, aber vor allem wie andere mich einschätzen. Wahrscheinlich baut mein Selbstbild fundamental darauf auf. Darauf was meine Mutter mir mal im Streit mit Ärger entgegen geschrieen hat, was meine Sportlehrerin meinen Eltern als Bewertung meiner Leichtathletik-Fähigkeiten an einem regnerischen Tag mitgeteilt hatte, oder wie mein Opa über mich dachte und wie er mich daraufhin behandelte im Vergleich zu seinen anderen Enkelkindern. Bewertungen anderer, die durch all die Filter ihrer Vorurteile und lebenslang gewonnenen Erfahrungsschatzes gelaufen sind. Bin das tatsächlich ich? Sind Fremderkenntnisse über meine Person mehr Wert als meine eigene Selbsteinschätzung? Objektiver als meine vielleicht einschichtige Gewohnheitsbetrachtung meiner selbst? Vielleicht bin ich gar nicht so wie ich über mich denke. Vielleicht lohnt es sich sein Selbstbildnis gelegentlich zu überprüfen? Bin ich es, weil ich etwas gerne tue, weil ich es oft tue, weil ich eine bestimmte Verhaltensweise an den Tag lege, obwohl ich die totale Freiheit hätte mich auch diametral entgegengesetzt zu verhalten? Definieren mich meine Vorlieben? Warum verhalte ich mich voraussehbar? Bin ich so durchschaubar? Wie oft probiere ich neue Dinge aus? Wie oft revidiere ich meine Vorlieben? Mag ich etwas wirklich oder bin ich nur zu faul neue Sachen auszuprobieren? Wie viele verschiedene Apfelsorten muss man bewusst durchprobiert haben bis man weiß, dass man am liebsten Cox Orange mag? Ich könnte meine Meinung allerdings revidieren und plötzlich auf die über 100 Jahre später gezüchteten Pink Ladies stehen, die zwar ähnlich aussehen, jedoch ganz anders schmecken. Dazu müsste ich allerdings meine Gewohnheiten ablegen, den Platz meiner Lieblingsapfelsorte in meinem Kopf frei machen, im Supermarkt die Äpfel der Sorte Pink Lady kaufen, mich in sie verlieben und mich damit abfinden, dass ich nun nicht mehr Cox Orange sondern Pink Lady am liebsten mag. Ich habe die Chance dazu, jedes mal wenn ich Äpfel kaufe. Gebe ich den Pink Ladies allerdings eine Chance auf meinen Lieblingsapfel-Thron, den irgendwann einmal eine Cox Orange erobert haben musste? Und welche Chance hat wiederum jemand, der in den letzten 20 Jahren geboren ist, und dessen Eltern keine Obstbauern sind oder auf dem Biomarkt einkaufen, eine Cox Orange zu seiner Lieblingsapfelsorte zu küren? Definiert mich also die Tatsache, dass ich Cox Orange mag als eine Person, die einer bestimmten Alters- oder Klassenschicht angehört, oder die in einer bestimmten Region geboren wurde? Ist die Summe meiner Vorlieben also so vorhersehbar? Definieren wir alle unsere Vorlieben in der Jugend, wenn wir alles zum ersten mal probieren und ändern wir nie wieder unsere Meinung? Fallen Menschen mit ähnlichem Hintergrund alle in ähnliche Vorlieben-Raster? Mögen nur Männer jenseits der Midlifecrisis Porsches? Oder andersherum: wie wahrscheinlich ist es, dass ein 11-jähriger Junge heute davon träumt einen Porsche zu kaufen wenn er groß ist? Ich bewundere tatsächlich Menschen, die sich selbst z.B. als Fans von jemandem oder etwas definieren. Ich bin von nichts ein Fan. Wie käme ich denn dazu eine Lieblings-Automarke zu haben, wo ich doch noch nie z.B. in einem Tesla gesessen habe? Wie käme ich dazu ein Fan von Tesla zu sein oder Tesla nicht zu mögen?
Katy Perry - “Chained to the Rhythm” (Liam Keegan Remix)
Are we crazy?
Living our lives through a lens
Trapped in our white-picket fence
Like ornaments
So comfortable, we live in a bubble, a bubble
So comfortable, we cannot see the trouble, the trouble
Aren’t you lonely
Up there in utopia
Where nothing will ever be enough?
Happily numb
So comfortable, we live in a bubble, a bubble
So comfortable, we cannot see the trouble, the troubleAh, so good
Your rose-colored glasses on
And party onTurn it up, it’s your favorite song
Dance, dance, dance to the distortion
Turn it up, keep it on repeat
Stumbling around like a wasted zombie
Yeah, we think we’re free
Drink, this one is on me
We’re all chained to the rhythm
To the rhythm to the rhythmTurn it up, it’s your favorite song
Dance, dance, dance to the distortion
Turn it up, keep it on repeat
Stumbling around like a wasted zombie
Yeah, we think we’re free
Drink, this one is on me
We’re all chained to the rhythm
To the rhythm to the rhythmAre we tone deaf?
Keep sweeping it under the mat
Thought we can do better than that
I hope we can
So comfortable, we live in a bubble, a bubble
So comfortable, we can’t see the trouble, the troubleAha, so good (so good)
Your rose-colored glasses on
And party onTurn it up, it’s your favorite song
Dance, dance, dance to the distortion
Turn it up, keep it on repeat
Stumbling around like a wasted zombie
Yeah, we think we’re free
Drink, this one is on me
We’re all chained to the rhythm
To the rhythm to the rhythmTurn it up, it’s your favorite song
Dance, dance, dance to the distortion
Turn it up, keep it on repeat
Stumbling around like a wasted zombie
Yeah, we think we’re free
Drink, this one is on me
We’re all chained to the rhythm
To the rhythm to the rhythmIt is my desire
Break down the walls to connect, inspire
Ay, up in your high place, liars
Time is ticking for the empire
The truth they feed is feeble
As so many times before
They greed over the people
They stumbling and fumbling and we’re about to riot
They woke up, they woke up the lions (woo!)Turn it up, it’s your favorite song
Dance, dance, dance to the distortion
turn it up, keep it on repeat
Stumbling around like a wasted zombie
Yeah, we think we’re free
Drink, this one is on me
We’re all chained to the rhythm
To the rhythm to the rhythmIt goes on, and on, and on (turn it up )
It goes on, and on, and on
It goes on, and on, and on
(It goes on) ‘cause we’re all chained to the rhythm
There’s a mathematical theory that claims 26 is the perfect age for marriage. According to the 37% rule, when you have to screen a lot of options with limited time, it’s best to choose one after you’ve considered 37% of them. If you’re between the ages of 18 and 40 while looking for love, you’ll theoretically make the best choice 37% of the way through– at age 26. Before then, you might miss out on the better options, and after that, your chances decrease as higher-quality partners become less available. Source
(via did-you-know)
Pyla zerschnitt einen Pappkarton. Faltete ihn auseinander und breitete diesen Pappteppich auf dem Boden aus. Mein Kollege wusch sich Hände und Gesicht mit klaren Wasser und begann zu beten. Auf arabisch, mindestens 5. Minuten und dass zweimal pro Schicht.
Die Christen fanden das ungerecht. Pyla hatte auf diesem Wege nämlich bezahlte Pausen.
Nach langen Diskussionen wurden endlich auch die Gebete anderer Religionen zugelassen.
Von nun an versammelten sich alle Christen im Pausenraum:
Zum Rauchen.
Ich wollte weg.
Diese Welt verlassen. Ich wollte zu Menschen, die lieben. Die in Würde leben und sie geben.
Überall gab es Ausgänge. Meiner war eine Ampel, die Fußgängern und Rechtsabbiegern gleichzeitig grünes Licht gab. Oft hatte ich beobachtet, wie die Autos fordernd Menschen über die Straße hetzten oder wütend hupten, wenn Kinder oder Alte zu langsam waren.
Meistens aber, rasten die Autos einfach dicht an den Fußgängern vorbei.
Jetzt würde mich diese fahrende Gnadenlosigkeit davon tragen.
In die Arme meiner Familie.
Aber die Skrupellosigkeit der Autofahrer kannte keine Grenzen.
Starke Luftzüge ließen mich schwanken, der Duft von Chlor und Benzin ließ mich voll freudiger Erwartung durchatmen und die Vibrationen zeigten mir die Kraft, die mich zermalmen sollte.
Keiner jedoch, wollte mich mitnehmen.
Jedes Auto ließ mich stehen. Mitten auf der Straße. Unbeachtet.
Bis ich grundlos weiterlebte; in der Hoffnung auf ein nächstes Ende.
Jan Delay - “Oh Johnny”
Mach wie du meinst, und fühl dich frei
Sauftour'n, Rumhur'n, Prügelei
Ey alles cool, mach wie du willst
Geh lügen, betrügen, lies BILD
Ey gib'n Fick, Alder! Mach Geld
Klau Ideen, piss im steh'n, trag Pelz!
Nenn meine Mudder eine miese Schlampe
Besitze keine Energiesparlampe
Oh Jonny! Aber hast du kein Gewissen
Oh Jonny! Ja, dann kannst du dich verpissen!
Oh Jonny! Hat dein Gandhi immer Pause
Oh Jonny! Ja dann geh mal schnell nach Hause
Ey geh ins Netz, saug dieses Lied
Von mir aus saug alle Songs, die es gibt
Ey Digger mach! Schieß los!
Häng rum nachts auf’m Friedhof!
Leb’ dein Leben wie eine Party
Geh nich’ wählen! Trag Ed Hardy!
Geh los und verkauf Crack, Mann
Quäl’ Tiere und schau Beckmann
Oh Jonny! Aber hast du kein Gewissen
Oh Jonny! Ja, dann kannst du dich verpissen!
Oh Jonny! Hat dein Gandhi immer Pause
Oh Jonny! Ja dann geh mal schnell nach Hause
Oh Jonny! Aber hast du kein Gewissen
Oh Jonny! Ja, dann kannst du dich verpissen!
Oh Jonny! Hat dein Bono immer Pause
Oh Jonny! Ja dann geh mal schnell nach Hause
In deinem Karma, ja da arbeiten die fleißigsten Beamten
Die sich noch mehr merken können, als 30 Elefanten!
In deinem Karma, ja da arbeiten die fleißigsten Beamten
Die sich noch mehr merken können, als 30 Elefanten!
Vassili ist einer der linientreusten Schichtführer unseres Restaurants. Es gibt Gerüchte, dass Vassilis Urlaubsgeld genauso hoch ist, wie das von Karl (Assistent der Restaurantleitung).
Einmal, als Drago (o.g. Restaurantleitung) weit weg war, stand ich mit ein paar Kolleginnen hinter der Theke und präsentierte meine Schlussfolgerungen zum Thema Mindestlohn.
„Mindestlohn heißt Mindestgeschwindigkeit, Mindestmotivation, und Mindestanstrengung“, verkündete ich.
Alle fanden das witzig. Lachend klopfte mir Soldiana auf die Schultern.
Dann schrie plötzlich Vassili dazwischen: „Majah!!! Ich mag dich echt gern, aber diese Sprüche…! Also Jobcenter, für dich, ja?!“
Das nächste Mal würde ich besser aufpassen, wer mir zuhörte.
Heute, am 31.12.16 stand alles Kopf.
Vassili war der einzige Schichtführer im Restaurant und es brummte, summte, schrie und weinte alles an Kunden durcheinander.
Richtig viel Umsatz!
Vassili sollte vor Glück strahlen. Aber sein wütendes Gemurmel zeugte von anderen Gefühlen.
„Die haben keinen Respekt vor Leuten, die arbeiten“, zischte er, „wie kann man an Silvester ins House gehen! Malaga! Malaga!“
Um 18.00 Uhr würden wir schließen und unser Silvester würde beginnen. Um 17.30 Uhr war das Restaurant so voll, dass die Leute draußen vor dem Eingang anstehen mussten.
Vassilis Kommentar: „Diese Schweine! Diese Schweine – ey! Malaga – ey!“
Heute war Vassili einer von uns. Einer, der nach Hause wollte.
Die Tochter meiner Cousine lernt in der Grundschule ganz offiziell keinen Genitiv mehr… Der Fall wurde von der Bildungspolitik anscheinend für unnötig erklärt und abgeschafft…
Die zukünftigen Bürger unseres Landes werden demnach nicht mehr die Regierung des Volkes, sondern die Regierung vom Volk wählen… Auch gut…
Nicht, dass wir also in der Zukunft auf die Jugend schimpfen, dass sie kein Deutsch mehr spricht… Denn unsere Regierung vom Volk wurde vom Volk ermächtigt den Untergang unserer Sprache einzuläuten…